Projekt Balloon – erste Versuche

Geschrieben von Manuel Faessler
Hallo werte Besucher und Fans,

wie schon im vorherigen Blogbeitrag angekündigt, habe ich einige kleinere und größere Projekte „in Vorbereitung" und daher leider nicht allzu viel zu zeigen ... daher habe ich heute beim Testen für eines dieser Projekte beschlossen, ein paar Making-of-Bilder zu machen und auch erste Bilder des Tests hier zu zeigen.

In letzter Zeit hat sich rund um die sogenannten „Water Wigs" (platzende Ballons, die genau während des Augenblicks des Platzens fotografiert werden – meist auf dem Kopf eines Models, daher der Name) ein kleiner Trend entwickelt, der anscheinend bei Tim Tadder (http://www.timtadder.com/) seinen Ursprung genommen hat und er somit getrost als „Vater der Idee" bezeichnet werden kann. Ich persönlich bin durch das entsprechende Video von Alexander Heinrichs (http://www.ah-photo.de/) und die Live-Show von Krolop&Gerst (http://www.krolop-gerst.com/de) auf diese Idee gestoßen. Somit ein Salut von mir an diese großartigen Fotografen und vielen Dank für die Inspiration!!!

Da ein einfaches Kopieren von Ideen nicht mein Ding ist, will ich diese Idee natürlich auf meine Art und Weise umsetzen. Da ich von meiner Bildidee noch nicht wirklich viel verraten will, erzähle ich euch heute nur, wie weit ich bis jetzt gekommen bin, und natürlich auch den Weg dorthin. Zuerst wollte ich diese Idee natürlich auf eine technisch saubere und auch reproduzierbare Art umsetzen, weshalb eine manuelle Auslösung von vornherein ausgeschieden ist. Auch die Variante von Tim Tadder und Alexander Heinrichs (beide lösten über den Knall des platzenden Ballons aus) gefiel mir nicht ganz (da von einigen Faktoren abhängig, die nicht immer gleich gemacht werden können). Die Variante von Krolop&Gerst (sie haben einen Ballon durch eine Lichtschranke fallen lassen, der dann beim Auftreffen zerplatzt ist – die Lichtschranke löste die Kamera aus) ist für meine Bildidee leider nicht brauchbar.

Da ich in meinem Arbeitsumfeld von Technikern aller Disziplinen umgeben bin, fanden sich schnell zwei Kollegen, die mir halfen, meine Idee für die Auslösung umzusetzen (vielen Dank Roberto und Aleks !!!). Roberto programmierte für mich eine frei einstellbare Steuerung, mit der man sowohl die Kamera auslösen, als auch den Ballon zum Platzen bringen kann (über eine kleine Spule mit Nadel). Die Zeitverzögerung vom Auslösen der Kamera bis zum aktivieren der Nadel ist in Millisekunden-Abständen einstellbar (und sogar die Reihenfolge kann verdreht werden). Aleks hat die Nadel plus Spule gemacht und dafür gesorgt, dass sie auch wasserdicht ist.

Nun zum Aufbau: Ich habe das ganze natürlich über der Badewanne gemacht, da doch recht viel Wasser im Spiel ist. Da habe ich gleich eine Abschottung auf drei Seiten und ein gutes Auffangbecken. Meinen Hauptblitz (ein elinchrom Ranger RX mit Action-Kopf) habe ich so gut wie möglich in der Kamerachse hochfrontal positioniert, zusätzlich noch von hinten (tief) einen Effektblitz (Aufsteckblitz, mit Funkauslöser) mit blauer Farbfolie, damit auch die Spritzer gut zur Geltung kommen. Dann habe ich noch ein Galgenstativ als Aufhängung für den Ballon positioniert und das Licht von vorne und hinten eingestellt.

Bilder Set-up23

Nachdem alles passte, ging es los mit der Sauerei und ich habe mich an die Auslösezeiten herangetastet. Nach dem ersten Ballon war klar, die Kamera muss zuerst ausgelöst werden, und dann erst mit Verzögerung die Nadel ... wahnsinnig, wie langsam so ein Auslösevorgang doch ist (ich war echt überrascht). Danach habe ich mich in 50ms-Schritten herangetastet (Bild) und bin schlussendlich bei 205ms gelandet (letztes Bild).

Ich weiß jetzt auf jeden Fall ziemlich genau, was ich noch verbessern muss, damit das „richtige" Shooting dann ein voller Erfolg werden kann (die Nadeleinheit muss noch verbessert werden und ich brauche noch etwas bessere Farbfolien). Falls ihr an diesem Projekt genauer interessiert seid, lasst es mich wissen ... ich gebe auch noch gerne mehr Infos dazu.

Cheers,
Manuel

Kommentare

Martin 2014-08-01 14:48
Hallo Manuel,
ein sehr interessantes Projekt hast Du da zu laufen. Ich habe mir auch schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie man die ganze Sache elektronisch gesteuert realisieren könnte. Das erste Mal bin ich, wie Du, durch Tim Tadder auf die Wasserperücken gestoßen. In der Zeitschrift "CT Fotografie" gab es einen Bericht darüber (http://www.heise.de/foto/inhalt/2013/02/180/). Mein Gedanke war, die Ballons mit einem "Zündfunken" zum Platzen zu bringen. Das ganze gekoppelt mit einem µ-Controller. Ich habe die Sache allerdings nicht weiter verfolgt. Deshalb weiß ich auch nicht, ob es funktionieren würde. Theoretisch könnte man damit auch "Wasserkleider" erzeugen. Bin schon gespannt, was Du damit anstellst :-) , Wünsche Dir gutes gelingen!
Gruß
Martin
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Manuel_MFP 2014-08-01 17:47
Hi Martin,

vielen Dank für dein Feedback und den Link. Du darfst gern gespannt sein, da kommt noch was ... ;-)

Ich glaube für Wasserkleider ist diese Idee weniger geeignet, da machen sich Splashes wahrscheinlich besser ...

LG, Manuel
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Martin 2014-08-03 21:07
Ich freue mich schon auf das Ergebnis!

Ja das mit den Wasserkleidern würde sicher anders aussehen als die gewohnten Splash Kleider. Brauchst halt mehrere Ballons, welche Du gleichzeitig platzen lässt. Und das würde sich mit deiner Methode machen lassen. Wäre mal was anderes. Aber... war nur ein Gedanke von mir.

Viel Spaß noch bei Deinem Projekt!
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Manuel_MFP 2014-08-04 08:49
mehrere Ballons gleichzeitig platzen lassen, würde sich schon machen lassen ... dann bräuchte man aber auch mehrere "Nadeleinheiten " ... oder einige Auslösungen wie bei den Splashes auch ... aber wer weiß, vielleicht habe ich ja ne passende Idee dazu ... ;-)

Merci auf jeden Fall für deinen Denkanstoss !!!
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Manou 2014-07-31 08:13
Hi Manuel ;P das klingt sehr spannend! Freue mich auf mehr Details! LG Manou
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Manuel_MFP 2014-07-31 08:43
Hi Manou,
ist es ... und macht Spass ... ;-)
Werde sicher weiter darüber berichten ... am besten einfach den Blog verfolgen ... ;-)
LG, Manuel
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