Making of - Black Beauty Set I

Geschrieben von Manuel Faessler
Hallo Zusammen,
 
nachdem ich immer wieder danach gefragt werde, wie ich meine Bilder mache, möchte ich so oft wie möglich einen Making-of Blogbeitrag zu meinen Lichtsetups, Kameraeinstellungen und Bearbeitung machen. Hier nun das erste Set aus dem „Black Beauty“-Shooting mit Moregha.
 
Einleitende Gedanken/Konzept
 
Eigentlich das 2. Set, das wir an diesem Tag geshootet haben, aber aufgrund der Postingreihenfolge jetzt Set1. Das schreibe ich darum, weil es für das Model schon etwas anspruchsvoller ist, als das nächste Set, das ich hier vorstellen will und das erste Set an diesem Tag war. Es ist mir (speziell bei Newcomer-Models – was hier der Fall war) sehr wichtig, dass sie am Anfang „ins Element“ finden und sich nicht auch noch um die Position des Lichts zu stark sorgen müssen.
Bei diesem Set wollte ich ein schmales Lichtband erzeugen, mit zwar relativ weichem Licht, aber dennoch einem relativ starken Lichtabfall, um eine schöne Plastizität zu erhalten. Speziell bei Models mit schönen/speziellen Körper- und Gesichtsformen will ich das natürlich auch mit dem Licht betonen. Um dies zu unterstützen wollte ich auch von Anfang an eher dunkel gehaltende Bilder erreichen, so dass wirklich nur die betonten Bildbereiche die Aufmerkamkeit auf sich ziehen.
 
Lichtsetup
 
Wie auf den Setup-Bildern (Erzeugt mit set.a.light 3D – www.elixxier.com) ersichtlich habe ich mit meine zwei Profoto B1 (500Ws) mit Striplights (30x90cm) übereinander angeordnet (Ohne Grid) und ca. 45° zur Kameraachse versetzt. Die obere Softbox hat dabei ca. auf den Oberkörper gezielt, die Untere auf die Oberschenkel. Die Blitze waren im untern Leistungsbereich (genaue Werte schreibe ich nie auf, hängt zu stark von der Entfernung zum Model und anderen Faktoren ab, als das es wichtig wäre.
 
Ich habe hier einen schwarzen Hintergrund gewählt, um wie in der Einleitung schon erwähnt die Aufmerksamkeit wirklich auf die wichtigen Stellen zu lenken. Ich arbeite in einem relativ großen Studio, das nicht allzu hell ist. Habt ihr sehr stark reflektierene (weisse) Wände und/oder ein kleineres Studio, wäre es ratsam neben dem Model auf beiden Seiten noch schwarze Abschatter zu platzieren, da ansonsten zu viel Streulicht auf das Model fällt, und diesen konzentrierten Lichteindruck stören würde.
 
Kameraeinstellungen
 
Ich habe hier ausnahmsweise mal meine Canon 5D IV im Studio eingesetzt, und zwar aus der „Befürchtung“ heraus, dass ich den Dynamik-Umfangs-Vorteil gegenüber meiner Studiokamera (5DsR) brauchen würde. Wer schon mal mit Models mit dunklerer Hautfarbe geshootet hat, kennt das Problem ... 😉
 
Bei diesem Set habe ich mein Sigma 85mm f1.4 Art und für die ganz nahen Bilder mein Canon 100mm f2.8 L Macro eingesetzt. Meine Arbeitsblende war f4, um eine kleine (aber nicht zu kleine) Schärfentiefe zu erreichen. Die Belichtungszeit war Studioüblich auf 1/160s, bei ISO100.
 
Ich werde demnächst auch mal einen allgemeinen Blogpost schreiben, in dem ich erklären werde, wie ich im Studio arbeite/vorgehe.
 
Abschließende Gedanken
 
Dieses Lichtsetup ist eigentlich sehr einfach, aber dennoch interessant. Es ist für Ganzkörpershots und auch Portraits geeignet, und kann leicht mit einem Fensterlicht (Augenreflex und Lichtcharakteristik) verwechselt werden. Speziell bei Anfängermodels schaue ich immer darauf, dass ich durch das Licht nicht zu sehr eingeschränkt werde, und falls etwas nicht so funktioniert (Posing, Ausdruck, ...) nicht gleich das Licht umbauen muss und evtl. damit mein Model verunsichere.
Hilfreich ist hier eine Markierung am Boden, damit das Model weiss, wo sie stehen sollte. Durch das schmale Lichtband ist der Bewegungsspielraum doch relativ eingeschränkt (Distanz zum Licht sollte möglichst gleich bleiben und seitlich darf auch nicht viel von der Lichtachse abgewichen werden).
 
So, das wars auch schon von meiner Seite... falls ihr dazu noch Fragen habt, könnt ihr sie gerne hier als Kommentar stellen, oder mir auch eine mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!schreiben. Falls ihr das Setup ausprobiert, könnt ihr mir auch gerne 1-2 Ergebnisse schicken, würde mich sehr freuen!!
 
Cheers,
Manuel

Kommentare

Heinz 2017-10-07 15:42
Hallo Herr Faessler,
also ich muss ein sehr großes Lob aussprechen. Die Fotos sind wie immer Wunderschön.
Was ich mich immer Frage - ich verfolge ja auch den Block und Sie habe mal geschrieben "Nach dem Export in Photoshop retuschiere ich als erstes die (temporären) Hautunreinheite n. Das mache ich mit dem Reparatur-Pinse l oder dem Kopierstempel. In dem Fall, wo ihr das PSD downloaden könnt habe ich auch noch den Hintergrund etwas angepasst, da ich den Beschnitt relativ extrem gewählt habe. Und mehr habe ich in der Retusche auch nicht gemacht!!"
Aber das ist bei den meisten Fotos wohl nicht der Fall - da geht die Retusche doch tiefer? Es gibt viel Ansätze für eine schöne Hautstruktur. Hier würden mich sehr IHRE Arbeitsschritt interessieren - da es bei Ihnen immer so "natürlich perfekt" ausschaut ;-)
Mit freundlichen Grüße
Heinz
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Manuel 2017-10-08 07:38
Hallo Heinz,

vielen, lieben Dank ... Rückmeldung von einem offensichtlich treuen Leser freut mich besonders!

Ich retuschiere eigentlich immer mit dem gleichen "Fahrplan", d.h. ich starte beim Groben und gehe immer mehr ins Detail. Heißt bei diesen Bildern, zuerst kommen evtl. störende Elemente im Hintergrund weg, dann schaue ich mir die Formen an (evtl. muss man was verflüssigen), dann die gröberen Probleme mit den Haaren und schlussendlich die Haut. Das Beispiel, dass du angesprochen hast ist dahingehend komplett anders, da das Projektziel eigentlich "unretuschierte " Bilder waren. Hier sind es klassische Beauty-Bilder und dann kommt auch eine (Highend-) Beauty-Retusche zum Einsatz.

Mein Ablauf bei der Hautretusche sieht so aus, dass ich zuerst auf einem leeren Layer mit dem Bereichsreparat urpinsel und dem Kopierstempel die Struktur repariere und anschließend mittels Micro-Dodge&Bur n die Helligkeitsunte rschiede angleiche. Danach gleiche ich noch die Hauttöne an, wozu ich wiederum eine leere Ebene mit dem Modus "Farbton" verwende und mit einer geringen Deckkraft aufgenommene Töne einpinsle. Viel wichtiger ist, was ich nicht mache: ich verwende wenn möglich keine Frequenztrennun g (und wenn, dann arbeite ich nur auf der Highpass-Ebene und dort nur örtlich begrenzt), ich verwende keine fremden Strukturen aus anderen Files, und ich verwende absolut keine Filter ...

Mal schauen, ob ich zur Hautretusche auch mal einen Blogpost schreibe, ist aber wahrscheinlich relativ schwierig, das in schriftlicher Form zu machen ... da haben die Videos eindeutig die Nase vorn (was ich nicht vorhabe zu tun). Eine Empfehlung von mir, mal folgende Namen zu googeln: Natalia Taffarel und Pratik Naik ... da habe ich mir im großen und Ganzen die Retusche "abgeschaut". Gibt von ihnen einiges an kostenlosem Material, der Großteil kostet aber natürlich ... ;-)

Hoffe, das hilft dir weiter!!

GLG, Manuel
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