Making of - Shooting VikTory Set 1-1 und 1-2

Geschrieben von Manuel Faessler
Hallo Zusammen,
 
nachdem ich immer wieder danach gefragt werde, wie ich meine Bilder mache, möchte ich so oft wie möglich einen Making-of Blogbeitrag zu meinen Lichtsetups, Kameraeinstellungen und meiner Bearbeitung machen. Hier nun das erste Set aus dem Shooting mit VikTory (http://www.viktoriamodel.com/) ... deswegen 1-1 und 1-2, weil ich das gleiche Licht aus zwei verschiedenen Winkeln eingesetzt habe, mit zwar deutlich unterschiedlichem Ergebnis, aber prinzipiell dem genau gleichen Setup.
 
Einleitende Gedanken/Konzept
 
Wie auch schon in den letzten Serien erkennbar, arbeite ich im Studio soweit möglich nur mit einer einzigen aktiven Lichtquelle ... ab und zu setze ich noch einen Reflektor ein oder eben der Hintergrund dient als zusätzliche Lichtquelle, aber keine zusätzlichen Blitze. Meine Setups sind technisch meist eher einfach, bedingen aber genaue Positionierung bzw. Steuerung des Models.
 
Dieses Set war als „Einleitung“ ins Shooting gedacht, da ich mit diesem Model noch nie zusammengearbeitet hatte. Speziell 1-1 ist relativ simpel und bietet dem Model einiges an Spielraum, und hat dennoch das „gewisse Etwas“. Weiters wollte ich diesen Spielraum auch, weil die Grundidee dieses Sets aus „Baletttanz kombiniert mit Streetstyle“ war, und somit etwas mögliche Freiheit der Dynamik des Shootings nur Zugute kommen kann.
 
Lichtsetup 1-1
 
Wie auf den Setup-Bildern (Bild 1 und 2 - erzeugt mit set.a.light 3D – www.elixxier.com) ersichtlich, habe ich einen einzelnen Blitz (profoto B1 – 500Ws) mit einer großen Softbox mit beiden Diffusoren (Deep Octa 120cm von Profoto) bestückt und komplett oberhalb von VikTory aufgestellt. Den Blitz habe ich „gefeathert“ verwendet, d.h. ich habe vor ihr auf den Boden gezielt (Bild 2), um eine gleichmässigere Ausleuchtung über einen größeren Körperbereich, aber trotzdem einen schönen Lichtabfall nach hinten zu erreichen.
 
Des Weiteren habe ich mit dieser Ausrichtung die Absicht verfolgt, dass der weisse Hintergrund, den ich bis unter die Kamera vorgezogen habe, von unten als Reflektor wirkt und so noch zum Bildlook beiträgt. Ausserdem hat er durch die Reflektionen im Raum auch noch genug Licht abbekommen, um als „grau“ wahrgenommen zu werden und auch einen schönen Verlauf zu erhalten.
 
Kameraeinstellungen 1-1
 
Hier habe ich mit der Canon 5D IV gearbeitet, und zwar aus der „Befürchtung“ heraus, dass ich den Dynamik-Umfangs-Vorteil gegenüber meiner Studiokamera (5DsR) brauchen würde. Ich wollte einen sehr kontrastigen und gleichzeitig relativ dunklen Look erreichen ... die „traditionelle“ Schwäche der Canon ... 😉
 
Bei der Linse habe ich mein Lieblingsglas Sigma 85mm f1.4 Art verwendet, auf Blende f8 eingestellt. Dazu noch die studioüblichen ISO 100 und 1/160s. Nichts wirklich Spektakuläres, aber ich wollte hier einerseits die „Sicherheit“ durch die größere Schärfentiefe (weil sich das Model bewegen sollte) und auch den Bildeindruck alleine dem Licht überlassen.
 
Lichtsetup 1-2
 
Wie auf den Setupbildern (Bild 3 und 4) zu sehen ist, habe ich eigentlich nur dieselbe Softbox komplett seitlich vor VikTory positioniert, um so in kürzester Zeit ein komplett neues Setup zu erhalten, mit einer ähnlichen Charakteristik, aber doch neuen Möglichkeiten.
 
Speziell wollte ich hier auch mehr Ganzkörperaufnahmen ermöglichen, die mit dem ersten Setup nur bedingt durchführbar waren. Ein neues „Feature“ war auch das mögliche Spiel mit dem Schatten als zusätzliches Bildelement.
 
Kameraeinstellungen 1-2
 
Die Kameraeinstellungen sind hier komplett gleich geblieben wie beim ersten Setup. Dies aber nicht aus „Faulheit“, sondern aus denselben Beweggründen wie auch beim Licht von oben.
 
Abschließende Gedanken
 
Je mehr ich shoote, umso mehr liebe ich „einfache“ Setups, zumindest einfach aus „Technik“-Sicht. Erstens erreiche ich dadurch oft bessere, dramatischere Ergebnisse, als wenn mehr Lichter zum Einsatz kommen, und zweitens habe ich somit mehr Zeit und Kapazität, um mich auf das Model und den Bildaufbau zu kümmern, und weniger um die Technik, was für mich wahrscheinlich den größten Einfluss auf bessere Bildergebnisse hat.
 
Das soll nicht heißen, dass diese Setups einfach sind. Teilweise bedingen sie sogar sehr viel Aufmerksamkeit und Genauigkeit bei den Posen, der Positionierung, ... aber eben weniger für die Technik ... und ich hasse nichts mehr, als wenn ich 5 Blitzköpfe einstellen muss, während das Model zuschauen und warten muss. Sowas zerstört komplett den Flow beim Arbeiten.
 
So, das wars auch schon von meiner Seite... Falls ihr dazu noch Fragen habt, könnt ihr sie gerne hier als Kommentar stellen, oder mir auch eine mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! schreiben. Falls ihr das Setup ausprobiert, könnt ihr mir gerne 1-2 Ergebnisse schicken, würde mich sehr freuen!!
 
Cheers,
Manuel

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