Information für Models

Geschrieben von Manuel Faessler
Für Models – Informationen, Vorbereitung, einige Gedanken 

Da ich immer wieder (speziell von Newcomer-Models) gefragt werde, wie sie sich vorbereiten sollen, was sie beachten sollten, etc. wenn sie mit mir shooten und jeder Fotograf so seine Vorlieben bzw. Wünsche hat, möchte ich sie hier mal etwas zusammenfassen. Ich möchte einerseits nicht immer wieder das Selbe schreiben, und andererseits vielleicht auch dem einen oder anderen Model helfen, sich besser vorzubereiten. Vielleicht ist ja auch für das eine oder andere erfahrene Model etwas dabei, was bis jetzt noch nicht aufgefallen ist.

Ich habe diesen Text auch fix auf meiner Website deponiert, nicht nur im Blog (Informationen - Für Models).

Ich möchte das ganze etwas weiter ausholen und auch etwas allgemeiner schreiben, damit es nicht nur den Models etwas bringt, die mit mir arbeiten wollen, sondern evtl. auch anderen.

Auswahl des Fotografen, Vorabklärungen

Das klingt jetzt vielleicht etwas komisch, aber: passt der Fotograf bzw. sein Bildstil zu euch? Passt die Bildqualität/Ausarbeitungsqualität zu euren Vorstellungen? Fühlt ihr euch wohl, mit ihm zu shooten? Habt ihr ein gutes Gefühl bei der Kommunikation, werden eure Fragen beantwortet, geht er auf eure Ideen ein? (kommt natürlich immer auf das Shooting an – werdet ihr für ein bestimmtes Shooting gebucht/ausgewählt, werdet ihr kaum Ideen einbringen können); Bietet der Fotograf an, euch den Shootingvertrag/Modelrelease vorab zuzusenden, bzw. schickt er ihn auf Nachfrage? Kennt ihr ein Model, das bereits mit ihm geshootet hat und könnt nachfragen, wie er war, wie er sich am Set verhalten hat? Wollt ihr eine Begleitperson dabei haben und ist das auch für den Fotografen OK?

Worauf ich hinaus will: erstens passt nicht jedes Model auf jeden Fotografen und umgekehrt, und zweites nimmt mit der Fülle an Fotografen auch die Fülle der schlechten Fotografen, und auch der nicht-seriösen Fotografen zu ... und viele unliebsame Begegnungen könnten vermieden werden, wenn die Models die Fotografen etwas unter die Lupe nehmen würden ... ;-)

Außerdem gehört es für mich auch etwas zum „guten Ton", sich die Arbeiten des jeweiligen Gegenübers anzuschauen und auch zu kennen. Man shootet ja nicht nur, damit geshootet ist ... ;-)

„Optische" Vorbereitung

Ist eine Visa mit beim Shooting dabei, solltet ihr euch idealerweise vorab mit ihr abstimmen. Grundsätzlich (meine Erfahrung) ist das meist ungeschminkt, die Haare am Tag davor gewaschen, mit gut gepflegter Haut.

Schminkt ihr euch selbst, sollte das Make-up natürlich auf die Shootingidee abgestimmt sein. Werden keine besonderen Anforderungen ans Make-up gestellt, einfach etwas dicker auftragen (der Blitz schluckt etwas Make-up) als gewöhnlich, jedoch bitte nicht überschminken (es sei denn, ihr wollt aussehen wie der Joker ...). Das Make-up sollte zum Teint passen (auf keinen Fall dunkler) und gleichmässig verteilt aufgetragen sein, und bitte auch darauf achten, dass die Wimpern keinesfalls verklebt/verklumpt sind.

Prinzipiell solltet ihr auch alle Haare entfernen, die ihr nicht sehen wollt. Das gilt für alle Körperteile, die auf den Bildern zu sehen sein werden, Beine, Arme, Gesicht ... und auch für richtig feine Haare, die man so im Tageslicht nicht einmal unbedingt sehen kann („Flaum" – helle, feine Haare) ... Blitzlicht ist leider „gnadenlos". außerdem ist die Retusche dieser Haare (speziell bei dichteren) eine riesen Arbeit in der Retusche, die einfach nicht notwenig ist.

Die Hautstellen, die auf den Bildern zu sehen sein werden, sollten auf jeden Fall frei von Druckstellen und ähnlichem sein, d.h. 2-3h vor dem Shooting auf einschneidende Kleidung (enge Jeans, BHs mit dünnen Trägern, ...) Armreifen, Schmuck, etc. verzichten und falls beim Shooting verwendet einfach kurz vor dem Fotografieren wieder anziehen.

Sofern nicht offensichtlich sollten permanente Dinge wie nicht entfernbare Piercings, Tattoos, etc. dem Fotografen vorab mitgeteilt werden, damit dieser sich darauf einstellen kann.

Essen vor dem Shooting

Ich weiß, dass die meisten Models Angst haben, sie würden auf den Bildern zu dick aussehen („auf dem Foto hat jeder 10kg mehr"), ABER: auf keinen Fall sollt ihr hungrig zum Shooting kommen!! Wenn ihr längere Zeit vor dem Shooting nichts mehr gegessen habt, sieht man das an der Haut ... außerdem werdet ihr wohl kaum super drauf und top-motiviert sein, wenn ihr Hunger habt, oder? Ein weiteres Problem ist, dass ihr schneller friert, wenn ihr Hunger habt ... und es gibt fast nichts Schlimmeres in der Retusche als Gänsehaut ... ;-) Ich habe jetzt nicht gesagt, dass ihr noch 15min davor zwei Mc-Menüs essen sollt, aber eine gut verträgliche Kleinigkeit geht immer (auch während dem Shooting, sollte es mal länger gehen).

Wie sollt ihr zum Shooting erscheinen?

Am allerwichtigsten: pünktlich und motiviert!! Am besten mit bequemer Kleidung (Druckstellenproblem, siehe oben) und unabhängig von der Jahreszeit, Wetter, etc. mit etwas lockerem, langem zum überziehen (Bademantel, Mantel, Kimono, etc.) – nicht nur nützlich zum zwischendurch aufwärmen, sondern Outdoor auch zum umziehen.

Mitgebrachte Shootingkleidung/Accessoires

...sollten natürlich auf die Shootingidee passen (bei mir meist vorab abgesprochen). Grundsätzlich gilt: besser etwas zu viel, als zu wenig ... aber was viel wichtiger ist: sauber (speziell auch die Schuhe) und nicht zerknittert (bügeln). Ihr müsst natürlich nicht mit 3 Koffern und 5 Taschen auftauchen, aber etwas Auswahl kann nie schaden ... außerdem lässt es die Möglichkeit offen, evtl. nach dem shooten der ausgemachten Ideen noch etwas zu „experimentieren" ... ;-) Was auf keinem Shooting fehlen sollte: High-Heels ... egal ob Portrait, Fashion oder auch Dessous ... mit High-Heels habt ihr automatisch eine bessere Haltung/Körperspannung.

Einstellung

Kommt bitte ausgeschlafen, positiv eingestellt und top-motiviert zum Shooting. Stellt euch darauf ein, dass es auch mal etwas langweilig für euch werden kann (beim Schminken, Set-Umbau, Diskussionen, oder anderen Wartezeiten – das gehört meist dazu) und lasst euch dadurch die Laune nicht vermiesen. Auf keinen Fall solltet ihr schlecht drauf erscheinen und es „einfach durchziehen" wollen. Sofern ihr nicht Profi-Models mit Oscar-reifen Schauspielkünsten seid, wird das nicht klappen. Schlechte Laune, ungutes Gefühl, „Null Bock", etc. sieht man auf den Bildern nur zu gut ...

Aber jetzt ist genug geschrieben ... ich hoffe dieser Text hilft einigen dabei, sich besser vorzubereiten.

Falls ihr noch weitere Fragen zu dem Thema habt, könnt ihr mich gerne kontaktieren, entweder unter diesem Beitrag als Kommentar, per e-mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder über Facebook. Ich werde mein Bestes geben, euch die Fragen so gut wie möglich zu beantworten.

Wenn ihr meine Themenauswahl für zukünftige Posts beeinflussen wollt, schreibt mir doch bitte, welche Themen euch interessieren würden, bzw. welche Fragen ihr von mir gerne beantwortet hättet.

Und wie immer: wenn es euch gefällt (oder auch nicht), lasst es mich wissen, verbreitet den Beitrag, drückt „gefällt mir", usw. Ich freue mich über jedes Feedback!!!

Cheers,
Manuel

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