TfP-Shooting

Geschrieben von Manuel Faessler
Hallo Zusammen,
 
da das Thema „TfP“ regelmässig diskutiert wird, und ich es speziell immer wieder mitbekomme, sobald ich eine neue Bildserie veröffentliche (was gerade der Fall ist), möchte ich mich einmal mehr dazu äußern. Ich habe schon 2014 dazu einen Blog geschrieben (Link) und möchte nun meine aktuelle Sicht auf die Dinge bzw. was sich seitdem geändert hat darstellen.

Einleitung

Die Definition, die Aufwandsgegenüberstellung, der Vergleich der Nutzung, etc. bitte dort nachlesen, ich möchte diesen Artikel nicht künstlich verlängern.

Mir istbewusst, dass ein paar nachfolgende Äußerungen für den Einen oder Anderen arrogant erscheinen mögen, sie sind aber keinesfalls so gemeint. Diejenigen, die das so auffassen, sollen sich bitte einmal in meine Lage versetzen, und das ganze aus meiner Sicht betrachten.

In den 4 Jahren seit dem letzten Artikel hat sich bei mir Einiges geändert. Nicht nur, dass mittlerweile der kommerzielle Teil meiner Fotografie sehr zugenommen hat und ich immer weniger Zeit für meine freien Arbeiten habe, auch ist bei den meisten Shootings der Aufwand gestiegen. Da ich TfP aber nur bei freien Arbeiten mache (geht nicht anders, da ich bei Auftragsarbeiten nur mit Profi-Models arbeiten kann), ist dadurch auch die Möglichkeit für TfP-Arbeiten eingeschränkt(er).

Wenn ich schon weniger Zeit für freie Arbeiten habe, möchte ich in dieser Zeit natürlich auch etwas „Besonderes“ machen. Das heißt, ich investiere mehr Zeit in die Planung der Shootings, suche besondere Ideen, Outfits, Stylings, Locations, ... und stecke auch mehr Zeit in die Nachbearbeitung.

Neben diesem Mehraufwand sind natürlich auch meine Qualität und meine Ansprüche gestiegen, was dazu führt, dass ich nicht nur bei den Ideen heikler geworden bin, sondern auch beim Team. Eines der wichtigsten Dinge dabei ist die Zuverlässigkeit (die Termine, die ich habe, sollen ja auch umgesetzt werden können), was speziell bei Newcomer- und/oder TfP-Models sowie -Visas/-MUAs oft sehr zu wünschen übrig lässt. Das soll keine Jammerei werden, aber ich denke jeder Fotograf kann ein Lied davon singen ... wie oft ist schon „die Oma gestorben“ oder der „Hund hatte einen Unfall“? ... erfahrene Leute sind tendenziell (meine Erfahrung) um einiges zuverlässiger.

Ganz abgesehen davon, erwarte ich auch vom Model/Visa/MUA eine „Qualität“ (Ausdruck, Posing, Vorbereitung, Schminktechnik, sauberes Arbeiten,...), die in etwa meiner Qualität entspricht. Das heißt, ich arbeite mit Newcomern nur noch äußerst selten ... und wenn, dann muss ich etwas Spezielles in ihr/ihm sehen ... sei es rein optisch etwas Besonderes, super Posing oder Ausdruck, ein kreatives Anschreiben mit einer super Shooting-Idee, spezielle Schminktechniken, ... irgendwas. Dazu kommt, dass ich mittlerweile auch immer öfter die Chance bekomme, mit sehr guten und erfahrenen Models auf TfP-Basis zu arbeiten ... was ich natürlich auch sehr gerne nütze und auch einige „Stamm-Makeup-Artists“ habe. Mit einem erfahrenen Team kommen bei einem Shooting einfach die besten Ergebnisse raus.
 
Wie kommt man zu einem TfP-Shooting mit mir?

Wie eingangs schon erwähnt, bekomme ich speziell dann, wenn ich neue Bildserien veröffentliche relativ viele Anfragen zu TfP-Shootings. Die meisten kommen mittlerweile über Facebook und Instagram (entweder als persönliche Nachricht oder als Kommentar bei den Bildern) und lauten in etwa so: „Hey, super Bilder ... würde mal gerne mit dir arbeiten ... LG, xxx“ ... Ich habe zum Thema Shooting-Anfragen schon mal einen kurzen Blog (Link) geschrieben, und ich halte es nach wie vor so.
Ich erwarte mir ganz einfach, dass es jemandem, der mit mir arbeiten möchte, auch wert ist, sich Gedanken darüber zu machen, sich mein Portfolio/meine Website anzuschauen und zu überlegen, ob mein Stil zu ihr/ihm passt, sich Blogs wie diesen hier anzuschauen, und mich so anzuschreiben, dass ich nicht erst ihre/seine Social-Media Kanäle stalken muss, um einen Link zu einem Portfolio (sofern überhaupt vorhanden) zu finden.

Und wie auch schon weiter oben geschrieben: Bitte überlegt euch, was ihr gerne mit mir umsetzen möchtet ... Ich kann mir nicht 5 mal am Tag neben all dem Anderen eine super Shooting-Idee überlegen, für den Fall, dass mal etwas klappt ... Speziell will ich auch nicht meine Shooting-Ideen verbreiten und sie danach von diesem Model oder Visa/MUA mit einem anderen Fotografen umgesetzt sehen (ja, das ist schon passiert).

Eine zweite Variante ist natürlich auch, dass ich auf euch aufmerksam werde. Das geschieht meistens dann, wenn ihr mit einem anderen Fotografen gute Bilder gemacht habt, die mir auffallen. Ich bin relativ gut vernetzt und auch oft auf allen möglichen sozialen Kanälen unterwegs. Somit sehe ich jeden Tag (ohne Übertreibung) hunderte, wenn nicht tausende von Bildern. Wenn mich da was anspringt, schreibe ich auch gerne die Models/Visas/MUAs an, und setze sie auf „meine Liste“ ... Auf diese Liste könnt ihr natürlich auch kommen, wenn ihr mich angeschrieben habt, und ich zwar eure Idee nicht umsetzen möchte, aber euer Portfolio/eure Bilder cool finde und mit euch mal etwas Anderes machen möchte.

Wie ich shoote

Ich shoote zu mehr als 90% mit einer relativ fixen Grundidee im Kopf. Natürlich ist vor Ort genug Freiraum für Improvisation, dennoch habe ich eine Vorstellung, und will diese auch umsetzen. Diese Vorstellung bespreche ich anhand von Moodboards, Beispielbildern, etc. vorab mit dem gesamten Team und ich erwarte auch, dass das gesamte Team sich darauf vorbereitet und an einem Strang zieht. Die Grundidee ist natürlich „formbar“ und natürlich sind auch Vorschläge des Teams erwünscht.
Zum überwiegenden Teil shoote ich auch nicht alleine, sondern es ist mind. eine Visa/MUA anwesend, teilweise auch Hairstylist, Stylist, Assi, ... d.h. spontane Anfragen („nächsten Samstag Zeit?“) haben wenig Aussicht auf Erfolg ... 😉 .

Ihr könnt natürlich auch gerne eine Begleitperson mitbringen (falls ihr euch sonst unsicher fühlt). Diese darf aber das Shooting in keinster Weise stören ... und läuft Gefahr von mir als Assi eingespannt zu werden ... 😉

Grundsätzlich shoote ich nur mit einem Shootingvertrag und zwar mit allen Teammitgliedern. Einerseits will ich rechtlich auf der sicheren Seite sein, andererseits will ich auch allen Teammitgliedern die gleichen Rechte zusichern ... d.h. Standardmäßig sind das bei mir nicht-kommerzielle Werknutzungsbewilligungen mit einer Ausnahme: der Eigenwerbung (diese kann und muss kommerziell möglich sein). Davon abweichende Klauseln können gerne vorab ausgemacht werden und natürlich bekommt ihr vorab den Vertrag zugesendet.

Relativ zeitnah nach dem Shooting werdet ihr von mir eine Grobauswahl per Online-Galerie zugesendet bekommen, wo ihr die Bilder markieren und kommentieren könnt (welche euch gefallen, welche nicht, was euch bei diesem oder jenem Bild wichtig ist/wäre, ...) und natürlich auch ein Veto-Recht habt, wenn euch ein Bild gar nicht gefällt (das werde ich dann auch nicht bearbeiten und/oder veröffentlichen).

Irgendwann später (und das kann bei mir ein Weilchen dauern! – 3-4 Monate sind rel. normal) werde ich dann die Bilder veröffentlichen und euch auch zur Verfügung stellen ... dann sind ca. 2-3h (teilweise auch mehr) an Bearbeitungszeit (pro Bild) in diese Bilder geflossen ... was mich auch gleich zu einem neuen Punkt in meinen Verträgen bringt: Seit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist es dem Model möglich, ohne Angabe von Gründen ein Löschen der Bilder zu verlangen. Da mir durch so einen Löschungsantrag nicht nur Arbeit, sondern auch der Werbewert entgeht, habe ich mittlerweile eine „Rücktrittsklausel“ eingebaut ... d.h. ihr könnt logischerweise jederzeit vom Vertrag zurücktreten, dann müsst ihr aber den entsprechenden Wert bezahlen (im Moment pauschal €450.—pro Bild).

Abschließendes

Wie ihr vielleicht erahnen könnt, kann ich (leider) nicht mehr so oft auf TfP-Basis arbeiten ... ich sage „leider“, weil ich in der Vergangenheit schon ein paar richtige Glücksgriffe mit Newcomern gemacht habe, und ich natürlich auch das damit verliere. Andererseits ist mir auch meine Zeit wichtig, und ich will nicht Projekte machen, die für mich unzufriedenstellene Ergebnisse liefern.

Falls ihr noch weitere Fragen zu dem Thema habt, könnt ihr mich gerne kontaktieren, entweder unter diesem Beitrag als Kommentar, per e-mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder über Facebook. Ich werde mein Bestes geben, euch die Fragen so gut wie möglich zu beantworten.
 
Wenn ihr meine Themenauswahl für zukünftige Posts beeinflussen wollt, schreibt mir doch bitte, welche Themen euch interessieren würden, bzw. welche Fragen ihr von mir gerne beantwortet hättet.
Und wie immer: wenn es euch gefällt (oder auch nicht), lasst es mich wissen, verbreitet den Beitrag, drückt „gefällt mir", usw. Ich freue mich über jedes Feedback!!!
 
Cheers,
Manuel

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