Technik - Entfesselt Blitzen II

Geschrieben von Manuel Faessler
Hallo Zusammen,

da der letzte Beitrag zur Technik so gut angekommen ist (lustigerweise fast alle Nachfragen direkt per mail, nicht unter dem Blog-Artikel) möchte ich gleich mit einem zweiten Teil anschließen. Heute möchte ich euch erklären wie ich mit meiner Outdoor-Blitzanlage arbeite. Wie auch beim ersten Artikel werde ich zum Schluss eine Liste mit dem Vorgestellten Material anführen, damit auch jeder die richtigen Teile findet. Vielen Dank schon mal für die vielen Rückmeldungen und die guten Ideen für weitere Artikel!!

Zuerst möchte ich mal kurz erklären, warum ich eine Blitzanlage verwende. Begonnen habe ich ja mit der „low-cost"-Variante, die ich im letzten Blogpost vorgestellt habe. Leider hat diese Variante ziemlich schnell ihre Grenzen erreicht, nämlich sobald die Umgebung zu hell ist, man mit Lichtformern arbeiten will, zu weit weg ist, etc. sprich: sobald man Blitzleistung benötigt. Da ich sehr gerne Outdoor arbeite und die Bilder gerne so fotografiere, wie sie schlussendlich aussehen sollen (OK, vielleicht bin ich auch nicht wirklich der Photoshop-Könner), war es irgendwann der logische Schritt, diese Ausrüstung anzuschaffen.

Die Entscheidung zu elinchrom fiel eigentlich zufällig. Wer mich kennt weiß, dass ich mich intensiv mit dem Thema beschäftigt habe, und schlussendlich schwankte ich zwischen Priolite, elinchrom und Multiblitz. Als dann ein Fotograf in der Gegend gerade seinen Ranger verkauft hat, habe ich kurzfristig zugeschlagen ... ;-). Ich fotografiere aber nicht mit dem Standard-Blitzkopf, sondern mit dem Action-Head, da dieser aufgrund der schnelleren Abbrennzeiten mehr für mich geeignet ist.

Da zum letzten Blogpost die Frage aufgetaucht ist, warum ich den Ranger nicht mit den Yongnuo-Auslösern triggere, möchte ich eine (ganz kleine und oberflächliche) Erklärung zu den Wirkungsweisen der Blitze einschieben. Ich möchte das wirklich sehr kurz halten, da es im Internet einen Haufen Erklärungen und Vergleiche der beiden Systeme gibt, die allesamt besser und genauer sind, als ich sie liefern kann.

So, nun zur Theorie: Jedes Kameramodell hat eine sogenannte „Blitzsynchronzeit", das ist die Zeit, die der Verschluss komplett geöffnet ist UND eine kleine Extrazeit die für die Signalverarbeitung Kameraintern benötigt wird. Diese Synchronzeit ist bei den meisten Kameras so bei 1/200s - 1/250s. Will man mit der Verschlusszeit schneller gehen (Actionfotografie, offenblendig fotografieren, ...) kann man entweder nicht mehr blitzen, oder muss „bescheissen". Die Aufsteckblitze machen das mit dem „HSS-Modus", d.h. sie arbeiten wie eine Stroboskoplampe und feuern viele kleine, schnelle Blitze hintereinander ab. So wird sichergestellt, dass auch die ganze Sensorfläche belichtet wird, während der Schlitzverschluss arbeitet. Die Outdoor-Porties arbeiten nach dem sogenannten „Super-Sync"-Prinzip, das eigentlich genau verkehrt funktioniert: es wird sehr langsam geblitzt (länger als die Verschlusszeit), und der Verschluss der Kamera wird so auf den Blitz abgestimmt, dass wiederum der gesamte Sensor genügend Licht abbekommt.

So und jetzt zum Triggern: die Yongnou sind super Auslöser für mein „low-cost"-System (HSS-fähig) und könnten sogar den Ranger auslösen, aber sind eben nicht „Super-Sync"-tauglich ... deswegen arbeite ich dort mit dem System von Pocket-Wizard. Das habe ich jetzt echt schon ausgiebig getestet und ich komme zuverlässig auf Verschlusszeiten von 1/6400s (meist auch 1/8000s, aber dann habe ich teilweise einen schwarzen Balken vom Verschluss im Bild).

Da bei der schweren Ausrüstung auch meine kleinen Stative (vorheriger Blog-Post) nicht mehr ausreichen, habe ich für diesen Blitz extra ein großes Galgenstativ (von Manfrotto – deren Qualität überzeugt mich einfach, nur leider etwas teuer) angeschafft. Der Powerpack lässt sich übrigens super als Gegengewicht für den Galgen verwenden. Zur neuen Blitzanlage habe ich mir auch noch einen Belichtungsmesser gekauft (da ich – und viele andere – von Alex Heinrichs praktisch dazu genötigt worden bin ... ;-) ) und arbeite immer mehr damit (aber nicht immer ... :P ).

Blitzen geht natürlich nicht (sinnvoll) ohne Lichtformer und so habe ich mir zum originalen Beautydish (der dabei war, wie auch ein Normalreflektor) noch 3 Softboxen in unterschiedlichen Formen gekauft und habe auch eigentlich alle in Verwendung. Da mein Budget ziemlich erschöpft war, habe ich mich für die Walimex Boxen entschieden und ich muss sagen, dass ich nicht enttäuscht bin. Für den Preis sind es super Lichtformer, nicht ganz so gut verarbeitet wie die Originalen und nicht ganz so gut zum Aufbauen, aber das erwartet auch niemand um den Preis (hoffentlich).

So, und nun die Linkliste (heute etwas länger):

Elinchrom Ranger RX
Leider noch kein Link – wird nachgereicht

Action Blitzkopf
Sender – Pocket Wizard
Empfänger – Pocket Wizard
Lichtmesser
Walimex Octabox 120cm
Walimex Striplight 25x150cm
Walimex Rechtecksoftbox 60x60 cm
Manfrotto Galgenstativ


Falls ihr noch weitere Fragen zu dem Thema habt, könnt ihr mich gerne kontaktieren, entweder unter diesem Beitrag als Kommentar, per e-mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder über Facebook. Ich werde mein Bestes geben, euch die Fragen so gut wie möglich zu beantworten.

Wenn ihr meine Themenauswahl für zukünftige Posts beeinflussen wollt, schreibt mir doch bitte, welche Themen euch interessieren würden, bzw. welche Fragen ihr von mir gerne beantwortet hättet.

Und wie immer: wenn es euch gefällt (oder auch nicht), lasst es mich wissen, verbreitet den Beitrag, drückt „gefällt mir", usw. Ich freue mich über jedes Feedback!!!

Cheers,
Manuel

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren